Steirerderby: KSV – Sturm Graz | mein Fanbericht

Kalender 16. Mai 2009 Kategorie diverse,Fußball Kommentare 1 Kommentar

Gestern war es also so weit. Das vierte und somit letzte Steirerderby in dieser Saison fand in Kapfenberg statt. In einer Region in der es eigentlich nur SK Sturm oder Rapid Wien gibt, hat es der “kleine” KSV im vorigen Jahr in die Bundesliga geschafft und wie viele KSV Fans es gibt, wenn der “große” SK Sturm ins Mürztal kommt hat man gestern gesehen.

Für mich persönlich war es das erste Mal, dass ich mit Fangruppen wie Sturmflut, Brigatta oder Elite Nord etwas zu tun hatte. Wir traten um 18:33 mit dem Regionalzug die zehn minütige Reise nach Kapfenberg an und schon am Kindberger Bahnhof trafen wir auf zahlreiche Sturm Anhänger. Der Regionalzug wurde dann von hunderten Sturm Anhängern einfach in einen Fan Zug umgewandelt und ich erlebte es das erste mal, dass im Zug geraucht, geschrien und Bier getrunken wurde ohne dass sich jemand aufregte, geschweige denn beschwerte. Aber was hätte es gebracht? Vermutlich wäre man nur angepöbelt worden. In Kapfenberg am Bahnhof,zeigte sich dann erst, wie viele Sturmfans eigentlich im Mürztal gibt. Also hinein in die Masse und hinunter auf die abgesperrten Straßen. Durch das Bahnhofsgebäude durch, gingen dann auch Fensterscheiben zu Bruch und Feuerwerkskörper wurden gezunden.

Als dann auch der Sonderzug von Graz in Kapfenberg hielt, war vermutlich ganz Kapfenberg im Ausnahmenzustand. Tausende Sturmfans marschierten vom Kapfenberger Bahnhof zum Franz Fekete Stadion und dann hieß es warten auf den Einlass in den Gästesektor. Da das aber einige nicht erwarten konnten, sprangen einige einfach über einen Baucontainer in den Sektor hinein, ehe der Sektor einfach von den Sturmfans gestürmt wurde. Vor dem Sektor lieferten sich dann einige Sturmfans eine Schlägerei mit den zahlreichen Polizisten, während drinnen im Sektor einfach der Zaun aufgerissen wurde und die Leute auch durch die Hecke in den Sturm Sektor kamen. Das Karten kaufen hätte man sich in diesem Fall auch ersparen können, denn an eine Kartenkontrolle währe ohnehin nicht zu denken gewesen.

Das Spiel war mittlerweile im Gange, als sich der Rauch von den Bengalen verzogen hatte. Als Jakob Jantscher in der fünften Minute das 1:0 erzielte war es aber schon wieder aus mit der guten Sicht. Alle jubelten, sprangen, schrien und lagen sich in den Armen. Ein Gefühl, dass ich bisher nicht kannte. Vom Spiel selbst bekam man im Sektor eigentlich wenig mit. Das ganze Spiel wurde gesungen, und meine Stimme verlies mich schon nach 36 Minuten, was mich aber trotzdem nicht hinderte 90 Minuten Vollgas zu geben. Hitzig wurde es eigentlich nur, wenn KSV Spieler dem Gästesektor zu nahme kamen. Wie Mitte der zweiten Halbzeit, als Patrick Siegl einen Eckball beim Sturm Sektor ausführen wollte, er aber mit Bier beschüttet wurde und andere Dinge aufs Spielfeld flogen. Als Kapitän Mario Haas den Sektor wieder beruhigt hatte, konnte das Spiel weiter gehen.

Nach dem Schlusspfiff gingen dann die Emotionen einiger Sturmfans über und sie kletterten über den Zaun aufs Spielfeld was dann dort in einer großen Rangelei endete. Daraufhin marschierten Polizisten vor dem Sturmsektor auf, was dann so aussah. Als wir uns dann vom Stadion auf den Heimweg begaben wurde erst sichtbar was es heißt Sturmfan zu sein, auch wenn es draussen einem Schlachtfeld gleichsah. Laut Medienberichten wurden auch zwei Sturmanhänger festgenommen.

Am Kapfenberger Bahnhof war dann die Hölle los. Überall sah man Leute die mit tränenden Augen herumliefen, weil die Polzei mit Tränengas und Pfefferspray vorging. Der Regionalzug nach Mürzzuschlag füllte sich in Kapfenberg mit Sturmfans die sehr traurig über das 3:3 waren. In Kindberg endete dann mein Steirerderby.

EDIT:

Erschreckend war auch wie sich die Polizei gestern verhalten hat. Eigentlich dachte ich, dass so ein brutales Vorgehen Standard in der österreichischen Bundesliga ist. Aber nachdem ich den Kommentar von Baldur gelesen habe, dürfte das gestern eine Ausnahme sein. In diesem Kommentar beschreibt er auch was vor dem Sektor los war, warum es so geraucht hat. Für diese Szenen waren eindeutig die Exekutivbeamten verantwortlich. Hätten Sie sich nicht so wie Tiere aufgeführt, wäre vermutlich vieles anders verlaufen und vor allem wäre vieles heil geblieben.

Den ganzen Kommentar könnt ihr hier nachlesen: http://www.sturm12.at/../

Fazit:

Es war ein schönes spannendes Spiel, von dem ich eigentlich nicht viel mitbekommen habe. Die Fankultur der Grazer ist einfach nur umwerfend, aber leider sind sehr viele gewaltbereite Personen dabei, die mutwillig Sachen zerstören, Scheiben einschlagen etc. Das muss sic einfach ändern, aber vermutlich wird es immer solche Menschen geben.

Links, Bilder und Videos:

[mygal=steirerderby]

Ein Kommentar